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Fruchtbarkeit — Spurenelemente
im Spiegel der Wissenschaft

Wissenschaftliche Fakten zu 2 Mineralien — gemäß EU-Verordnung (EU) Nr. 432/2012

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Was versteht man unter Fruchtbarkeit?

Der Begriff Fruchtbarkeit (Fertilität) beschreibt die Fähigkeit eines Organismus, Nachkommen zu zeugen. Beim Menschen ist die Fruchtbarkeit an eine Vielzahl biologischer Prozesse geknüpft, die von der Hormonregulation über die Reifung von Keimzellen bis hin zur Spermabildung reichen.

Im männlichen Organismus findet die Spermatogenese in den Hoden statt. Dort durchlaufen Stammzellen über einen Zeitraum von etwa 74 Tagen mehrere Teilungs- und Reifungsstufen, bis sie zu funktionsfähigen Spermien heranwachsen. Dieser Vorgang erfordert neben hormonellen Signalen auch eine ausreichende Versorgung mit bestimmten Mikronährstoffen.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat auf Grundlage wissenschaftlicher Gutachten zugelassene gesundheitsbezogene Angaben für Selen und Zink veröffentlicht, die sich auf die Bereiche Spermabildung, Fruchtbarkeit und Reproduktion beziehen.


Zwei Mineralien — dokumentierter Beitrag

Selen und Zink verfügen jeweils über eine von der EU zugelassene gesundheitsbezogene Angabe im Kontext der Reproduktion.

Se

Selen

Selen ist ein essenzielles Spurenelement, das als Bestandteil von Selenoproteinen an zahlreichen biologischen Vorgängen mitwirkt. Im männlichen Reproduktionssystem kommt Selen in hoher Konzentration in den Hoden vor, wo es während der Spermatogenese in die Mittelstücke der Spermien eingebaut wird.

Paranuss, Thunfisch, Eier und Vollkorngetreide zählen zu den natürlichen Selenquellen. Der tägliche Referenzwert für Selen liegt gemäß EU-Verordnung bei 55 µg.

„Selen trägt zu einer normalen Spermabildung bei“

Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012

Zn

Zink

Zink ist ein Spurenelement, das in über 300 Enzymsystemen als Kofaktor vorkommt. Im Zusammenhang mit der Reproduktion ist Zink an der Regulierung der Zellteilung und Differenzierung beteiligt. Besonders während der Spermatogenese wird Zink für die Reifung und Stabilisierung der Zellmembranen der Spermien benötigt.

Austern, Kürbiskerne, Rindfleisch und Linsen gelten als zinkhaltige Lebensmittel. Der tägliche Referenzwert beträgt gemäß EU 10 mg.

„Zink trägt zu einer normalen Fruchtbarkeit und einer normalen Reproduktion bei“

Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012


Biologische Grundlagen der männlichen Reproduktion

Die männliche Fruchtbarkeit hängt von einer Reihe ineinandergreifender physiologischer Prozesse ab. Dazu gehören unter anderem:

Die wissenschaftlich geprüften Angaben der EU beziehen sich auf spezifische Beiträge einzelner Mineralien zu diesen Prozessen. Eine ausreichende Versorgung mit Selen und Zink wird gemäß den zugelassenen Angaben mit der normalen Spermabildung bzw. der normalen Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht.

Selen und die Spermatogenese

Selen wird im Körper in Selenoproteine eingebaut, von denen bislang etwa 25 beim Menschen identifiziert wurden. Eines davon — die Glutathionperoxidase 4 (GPx4) — kommt in besonders hoher Konzentration in den Hoden vor. Während der späten Phase der Spermatogenese wird GPx4 als Strukturprotein in das Mittelstück der Spermien integriert.

„Selen trägt zu einer normalen Spermabildung bei“ — Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012

Darüber hinaus wirkt GPx4 als antioxidatives Enzym, das Lipidhydroperoxide in den Zellmembranen der Spermien reduzieren kann. Diese doppelte Funktion — als Strukturbestandteil und als Enzym — erklärt die hohe Selenkonzentration im männlichen Reproduktionsgewebe.

Zink im Kontext der Reproduktion

Die Prostata gehört zu den Organen mit dem höchsten Zinkgehalt im menschlichen Körper. Zink wird dort in die Seminalflüssigkeit abgegeben und trägt zur Stabilisierung des Chromatins in den Spermienköpfen bei. Dieser Verdichtungsprozess, bei dem Histone durch Protamine ersetzt werden, erfordert Zink als stabilisierenden Kofaktor.

„Zink trägt zu einer normalen Fruchtbarkeit und einer normalen Reproduktion bei“ — Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012

Zink ist zudem an der Signaltransduktion zwischen Zellen beteiligt und wirkt als Kofaktor für Enzyme, die an der Zellteilung mitwirken. Diese Eigenschaft ist während der mitotischen und meiotischen Teilungen der Spermatogenese von dokumentiertem Beitrag.


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